Die Mansarde

Klappentext

Die Mansarde (Erstausgabe) Die Mansarde (Erstausgabe)
Acht Tage aus dem Leben einer verheirateten Frau in mittleren Jahren, das ist der strenge zeitliche Rahmen, in den Marlen Haushofer diesen Roman setzt. Doch was geschieht nicht alles in diesen acht Tagen: Ein halbes Leben wird vor uns aufgerollt, die Kindheit, die junge Liebe, die Ehe, eigene Kinder, unser aller kleiner banaler Alltag, hinter dem Marlen Haushofer eine andere Welt voll dunkler Magie und Grausamkeit, aber auch voll bescheidener Hoffnungen und behutsamer Schönheit zu beschwören versteht: Die Dimension unserer Durchschnittswelt erscheint hier gleichsam in die mit oberflächlichem Blick nicht mehr sichtbaren Bereiche erweitert.

In das ruhige Leben der Frau eines Rechtsanwalts bricht das Unheimliche ein, die Vergangenheit. Sie bekommt Briefe, die nichts weiter enthalten als Blätter aus ihrem Tagebuch, das sie viele Jahre zuvor geschrieben hat. Woher kommen sie? Wer schickt sie ihr? Jetzt, wo sie vergessen hat – oder sich zumindest bemüht hat, zu vergessen -, wie jene Zeit damals war. Jene Nacht, in der sie taub geworden war. Dann ihren Entschluss, sich von ihrem Mann und dem kleinen Sohn in eine Berghütte zurückzuziehen, um ihnen nicht zur Last zu fallen. Die Berge und den auf eine merkwürdige Art unheimlichen Jäger, die mehr ihre Bewacher als Ihre Beschützer waren. Einen seltsamen Fremden, dessen Namen sie nie erfahren hat, der sie, die taube Frau, mit ihrem Einverständnis als „Abladeplatz“ für seine dunklen Geheimnisse benutzte. Diese Szenen – die Frau, die den furchtbaren Geständnissen eines Verdammten beiwohnt und sie, obwohl sie nichts hört, versteht (und das im doppelten Sinn des Wortes) – sind zweifellos das Unheimlichste und Eindringlichste, was Marlen Haushofer bisher geschrieben hat.

Jetzt, viele Jahre später, holen die eigenen Notizen der Frau die Vergangenheit wieder in ihr Bewusstsein zurück. Zwei Jahre lang ist sie taub gewesen. War es die Flucht vor dem Leben, der Versuch, sich aus all dem „herauszuhalten“? In der Mansarde ihres Hauses, dem einzigen Ort, der ihr ganz allein gehört, liest sie ihre alten Aufzeichnungen und erlebt ihr Leben noch einmal, während sie zeichnet: Insekten, Eidechsen, vor allem aber Vögel. Früher hat sie Kinderbücher illustriert. Einmal, so hofft sie, wird es ihr gelingen, „einen Vogel zu zeichnen, der nicht allein ist…“

Einzelheiten

Verlag: Claassen Verlag GmbH, Hamburg und Düsseldorf
Umschlag: Foto Iver Hansen / F & H Schwarzat
Anzahl Seiten: 220
Erscheinungsjahr: 1969
Bemerkung: Erstausgabe
Taschenbuch: List (Ullstein) Buchverlage GmbH, Berlin
ISBN: 978-3-548-60573-9 

Auszug aus dem Buch (Leseprobe)

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